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Hitzewellen lassen Exporte weltweit einbrechen

Extreme Hitze lässt die Arbeitsproduktivität sinken. Dadurch entstehende Versorgungsengpässe wirken sich auf den Welthandel aus: Es wird weniger exportiert und Importeure müssen die Einbußen betroffener Exporteure hinnehmen oder auf andere Exporteure ausweichen, was zusätzliche Kosten verursacht. Eine Studie des ZEW Mannheim und der Frankfurt School of Finance & Management zeigt erstmals, dass wesentliche Teile der handelsbedingten wirtschaftlichen Schäden durch Hitzewellen in Ländern entstehen, die den Temperaturschocks nicht direkt ausgesetzt sind.

Die Forscher zeigen, dass in Monaten mit einer Durchschnittstemperatur von mindestens 30 Grad Celsius die Exporte um durchschnittlich 3,4 Prozent zurückgehen – im Vergleich zu einem Monat, in dem die Durchschnittstemperatur unter dieser Schwelle lag. Auch andere Definitionen einer Hitzewelle zeigen ähnliche Ergebnisse. Entscheidend für das Ausmaß des Exportrückgangs durch den Klimawandel ist die Arbeitsintensität der Güter.

exporte

„Wir haben in der Studie festgestellt, dass die negativen Auswirkungen von Wärme auf den Export dort am deutlichsten sind, wo dem Handel arbeitsintensive Produktionsprozesse vorausgehen“, sagt Dr -Autor der Studie. Wärme kann die Arbeitsproduktivität und das Arbeitsangebot reduzieren, was sich in Form von Angebotsrückgängen – insbesondere bei arbeitsintensiven Produkten – bemerkbar macht.

Auch wenn die Wetterextreme zunächst lokal auftreten, wirken sie sich auf globaler Ebene auf das Handelsnetzwerk aus. Denn der lokale Angebotsrückgang führe zu Ausweichreaktionen: „Importländer versuchen, Versorgungsausfälle durch Zukauf von Waren aus Drittstaaten auszugleichen. Dadurch entstehen aber oft höhere Kosten“, sagt Osberghaus.

Die Forscher fanden heraus, dass eine durchschnittliche Hitzewelle aufgrund weltweit rückläufiger Importe Kosten von rund 360 Millionen US-Dollar verursacht. „Zwei Drittel dieser Kosten müssen von Ländern getragen werden, die nicht direkt von der Hitze betroffen waren“, sagt Co-Autor Professor Dr. Oliver Schenker von der Frankfurt School of Finance & Management.

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Die volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel werden auch in Zukunft nicht abnehmen. Basierend auf einer mittleren Klimaprojektion – einem Szenario der globalen Klimaentwicklung, das weder zu pessimistisch noch zu optimistisch ist – berechnen die Forscher die zu erwartenden Handelsverluste durch Hitzewellen. Für den Zeitraum 2020-2039 wird der jährliche Welthandel im Vergleich zu 2015 um etwa 735 Millionen US-Dollar reduziert.

Sicher ist aber auch, dass eine protektionistische Handelspolitik nicht zur Lösung des Problems beiträgt, im Gegenteil: „Erst der globale Handel mit seinen Substitutionsmöglichkeiten mindert die volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel“, sagt Schenker.

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